Schüler/-innen der Stadtteilschule Bahrenfeld bei der Jugendwerkstatt. Foto: Guido Rottmann (580 kB)

Auftakt für die Schulwerkstätten: Neuntklässler/-innen aus Hamburg entwickeln Ideen für besseres Lernen

Was läuft gut in der Schule, was sollte sich verbessern und was würden wir verändern? Diese Fragen haben Schülerinnen und Schüler aus zwei neunten Klassen der Hamburger Stadtteilschule Bahrenfeld in der ersten Kinder- und Jugendwerkstatt des Bürgerrats Bildung und Lernen diskutiert.

Gemeinsam und in zufällig gebildeten Kleingruppen haben die Schülerinnen und Schüler vielfältige und gut begründete Ideen für die Gestaltung des Unterrichts und Lernalltags entwickelt – dazu gehörten Themen wie mehr Praxisbezug durch Vermittlung von Alltagswissen (z.B. über Steuern), freiwillige Hausaufgaben, kürzere Schultage und eine bessere digitale Ausstattung, damit alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Chancen haben. Besonders gut gefiel den Jugendlichen die Arbeit in den Kleingruppen. Hier konnten sie sich außerhalb ihres Freundeskreises mit Gleichaltrigen austauschen. Die Werkstatt in Hamburg war die erste Veranstaltung der Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen des Bürgerrats Bildung und Lernen, den die Montag Stiftung Denkwerkstatt aus Bonn ins Leben gerufen hat.

Hintergrund zur Kinder- und Jugendbeteiligung im Bürgerrat Bildung und Lernen

Zeitgleich mit dem großen virtuellen Bürger- und Jugendforum, das am 28./29. Mai 2021 mit rund 400 Teilnehmenden stattfand, startete die Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen des Bürgerrats Bildung und Lernen: in diesem Jahr zunächst mit verschiedenen Werkstätten für Kinder zwischen 8 und 15 Jahren. In den Werkstätten entwickeln die Schülerinnen und Schüler Handlungsempfehlungen für ihren Lernalltag. Nach Hamburg sind für die kommenden Wochen vier weitere Präsenzveranstaltungen an unterschiedlichen Schulen und Schulformen geplant, und zwar in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern. Moderiert werden die Werkstätten wie auch die anderen Veranstaltungen des Bürgerrats Bildung und Lernen von IKU_Die Dialoggestalter.

Begleitteam vertritt die Schülerinnen und Schüler

Aus allen teilnehmenden Schulen werden jeweils zwei Schülerbotschafter oder -botschafterinnen in ein Begleitteam gewählt, das die Sichtweisen und Vorschläge der Kinder und Jugendlichen im weiteren Prozess vertritt. Die Ergebnisse werden in einem separaten Kinder- und Jugendreport zusammengefasst und sollen als eigene Perspektive bei den Sitzungen des Bürgerrats Mitte September und auf dem Bürgergipfel im November 2021 vorgestellt werden.

Der Bürgerrat Bildung und Lernen ist der erste Bürgerrat in Deutschland, der gezielt auch die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren einbezieht. „Jeder Mensch hat mit Bildung und Lernen zu tun – und ganz besonders Kinder und Jugendliche”, so Sabine Milowan, Projektleiterin des Bürgerrats Bildung und Lernen. „Daher sind ihre Einschätzungen besonders wichtig – gerade jetzt.” Die Altersgruppe junger Menschen zwischen 16 und 27 Jahren war mit rund 100 zufällig ausgelosten Teilnehmenden bereits im Bürger- und Jugendforum vertreten. Davon entwickelte ungefähr die Hälfte im Jugendforum eigene Vorschläge, während die andere Hälfte ihre Perspektiven ins Bürgerforum einbrachte, an dem Menschen aller Altersstufen teilnahmen. Geplant ist, die Kinder- und Jugendbeteiligung in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln und zu ergänzen und die beiden Prozesse noch enger zu verknüpfen.

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