Hintergrund

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Anlass und Ziele

Es gibt viele Gründe, um über die Bildung in Deutschland nachzudenken. Erfolg in der Bildung hängt bei uns immer noch stark von der Herkunft und den Möglichkeiten einer Familie ab. Digitales Lernen und Lehren kann an Schulen häufig nicht umgesetzt werden: Es fehlt an der Ausstattung und entsprechend ausgebildeten Lehrkräften. Viele Schulen sind sanierungsbedürftig und werden den räumlichen Anforderungen an eine zeitgemäße Pädagogik nicht gerecht. Die Corona-Krise hat den Reformbedarf der deutschen Bildung noch einmal klar verdeutlicht – der Druck auf die Politik wächst.   

Was denken Bürgerinnen und Bürger, Eltern, Schülerinnen, Schüler, Auszubildende und Studierende über die deutsche Bildung? Welche Herausforderungen und Probleme müssen aus ihrer Sicht dringend bearbeitet werden? Wo sehen sie Bedarf für Veränderung und welche Lösungen schweben ihnen vor? Wie sehen bildungspolitische Reformen aus, die Probleme lösen und gleichzeitig in der Gesellschaft mehrheitsfähig sind?

Der Bürgerrat Bildung und Lernen soll Antworten auf diese Fragen bearbeiten und dazu beitragen, dass darüber öffentlich gesprochen wird. Die Initiative der Montag Stiftung Denkwerkstatt bietet Menschen eine Plattform, auf der sie gemeinsam über die Bildungspolitik diskutieren und politischen Entscheidungsträgern eigene Lösungen anbieten können. So können wichtige und tragfähige Vorschläge für die Bildungspolitik der nächsten fünf bis zehn Jahre entstehen.

Das Konzept

Der Bürgerrat Bildung und Lernen ist ein Angebot zum Mitmachen, das den demokratischen Dialog um Perspektiven und Erfahrungen aus dem Bildungsalltag von Bürgerinnen und Bürgern ergänzt. Die Ergebnisse, die Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger, verstehen sich als zusätzliche Beratungsgrundlage für gute bildungspolitische Entscheidungen.

Die Ergebnisse des Bürgerrates sind keine Sammlung von Einzelmeinungen, wie etwa bei Umfragen. Das Ziel des Bürgerrats liegt in gemeinsamen Empfehlungen an Politik und Gesellschaft.

Der Bürgerrat bestimmt seine Themen und Aufgabenstellungen selbst. Dazu beraten 20 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger erste übergreifende Themen, die helfen, die Diskussionen in den Bürgerforen vorzubereiten. Hierbei werden die Themen berücksichtigt, die die Teilnehmenden der Online-Dialoge beigetragen und bearbeitet haben.

Die Schritte des Bürgerrats Bildung und Lernen sind wie ein Baukasten gedacht. So können zum Beispiel Online-Dialoge immer wieder die Bürgerräten und -foren ergänzen. Die erste Runde des Bürgerrats findet 2021 statt. In den Jahren 2022 und 2023 sind die beiden nächsten Runden geplant. Dafür greifen die Moderatorinnen und Moderatoren auf den Baukasten zurück und passen den Ablauf an aktuelle Entwicklungen und Aufgabenstellungen an. Und natürlich fließen die bisherigen Empfehlungen der beteiligten Bürgerinnen und Bürger in die zukünftigen Runden mit ein.

Warum ein Bürgerrat?

2020 hat die Kultusministerkonferenz eine wissenschaftliche Kommission eingerichtet, die Bund und Länder in Bildungsfragen beraten soll. Warum über die Sicht von Expertinnen und Experten hinaus die Perspektive von Bürgerinnen und Bürgern bereichernd für die Bildungspolitik sein kann, darüber schreibt unser Unterstützer Hans Brügelmann in einer Kolumne für die Zeitschrift „Pädagogik“. Wir danken Herrn Brügelmann, den Abdruck schon vorab der Veröffentlichung verwenden zu dürfen!

Der Bürgerrat

Hier finden Sie Informationen zum Ablauf und zu den verschiedenen Schritten des Bürgerrats Bildung und Lernen.

Beteiligungstools

Hier finden Sie Informationen zu den Werkzeugen und Methoden, mit denen wir die Beteiligung im Bürgerrat organisieren. 

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