Bürgerrat Bildung und Lernen
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KultusministerInnen und Demokratie

20.02.2021 08:55 Schulen AndreasBaumgarten

Ein wichtiger Schritt in Richtung Demokratisierung des Schulwesens wäre es, dass sich die KultusministerInnen bzw. SchulsenatorInnen nicht als oberste ChefInnen, sondern als oberste DienerInnen begriffen, deren Aufgaben es sind, zu helfen, zu unterstützen, Ideen aus den Schulen und deren Umfeld aufzugreifen, Freiheiten und Innovationen zu fördern, statt ihre eigenen Vorstellungen per Erlass durchsetzen zu wollen, etwa nach dem Motto "Der herkömliche Mathematik-Unterricht ist nicht sonderlich effektiv, also gibt es einfach eine Stunde mehr davon".

Dazu gehört auch die Demokratieförderung in den Schulen, mit echter Mitbestimmung aller Beteiligten, so dass z. B. die SchülerInnen nicht nur mal über die Farbe von Türrahmen "mitbestimmen" dürfen, sondern auch über Inhalte und Formen des Unterrichts, dass Schulen "der Behörde" gegenüber eigene Konzepte vertreten und umsetzen (selbstverständlich mit Rechenschaftspflicht), z. B. in Bezug auf die Auflösung von Fächergrenzen, Rhythmisierung, Schulraumgestaltung usw.

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undemokratische Schule

23.02.2021 12:58 GUFGGG ergänzt die Idee

Genau, es geht um eine echte "Teilhabe an den das eigene Leben bestimmenden Bedingungen" (S.Lessenich) als Grundprinzip eines demokratisch verfassten Gemeinwesens und seiner Institutionen! Stattdessen verweigert unser auf Selektion getrimmtes Schulwesen die Teilhabe, enthält Chancen vor und behindert Entwicklung durch Vorweg-Einordnung in verschieden wertige Schulformen oder festgelegte Bildungsgänge zu verschieden wertigen Abschlüssen. Schule verursacht - produziert und reproduziert - gesellschaftliche Ungeleichwertigkeit der Menschen - eine zutiefst undemokratische (Neben)Wirkung.

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Von Konformisten zu viel erwartet

23.02.2021 21:32 MarkusVau ergänzt die Idee

Lediglich zwei (2) der aktuellen BildungsministerInnen in den Ländern haben eine entsprechende Ausbildung in diesem Bereich. Beide amtieren in Stadtstaaten (Berlin und Hamburg). Dagegen sind sechs JuristInnen, deren Profession nicht gerade für Veränderungs- und Innovationsfreude bekannt ist. Von der anderen Hälfte der MinisterInnen hat die Mehrheit als BerufspolitikerIn Karriere gemacht. Auch in der zweiten Reihe unter den StaatssekretärInnen sieht es nur wenig besser aus. Auch hier überwiegen die JuristInnen.

Ich glaube, wenn sich wirklich langfristig etwas ändern soll, müssen Alternativschulen gestärkt werden. Sie müssen bereits von Anfang an, finanziell unterstützt werden und nicht erst ab dem dritten Jahr. Alternative Schulabschlüsse sollten einen Zugang zu alternativen Forschungseinrichtungen ermöglichen. Kitas können dabei mit demokratischer, partizipativer Bildung für nachhaltige Entwicklung die Grundlage dafür bilden.

 

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