Bürgerrat Bildung und Lernen

Beteiligungstools

Der Bürgerrat Bildung und Lernen arbeitet mit verschiedenen Angeboten, um die Beteiligung möglichst vieler Menschen zu ermöglichen. Für alle Dialoge, Debatten und Foren des Bürgerrats gibt es unabhängige Moderatorinnen und Moderatoren. Sie achten darauf, dass viele Stimmen gehört und die Regeln von Fairness und gemeinsamen Entscheidungen eingehalten werden.

Zufallsauswahl

Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sind die Grundlage des Bürgerrats. Es sollen möglichst viele verschiedene Sichtweisen dabei sein: Der Bürgerrat vertritt unsere Gesellschaft als sogenannte „Mini-Publik“, also eine „kleine Öffentlichkeit“. Junge Menschen gehören natürlich auch dazu. 

Durch die Zufallsauswahl ermöglicht der Bürgerrat gemeinsame Entscheidungen aus vielen verschiedenen Interessen und Sichtweisen. Es geht dabei nicht um eine repräsentative Abbildung der Gesellschaft, sondern um eine Vielfalt von Perspektiven.

Die Zufallsauswahl erfolgt in ganz Deutschland. Dafür haben wir ein sozialwissenschaftliches Institut beauftragt, das die Zufallsauswahl mithilfe von anerkannten wissenschaftlichen Methoden organisiert: Bürgerinnen und Bürger werden anhand von Zufallsstichproben aus Telefonnummern und zufälligen Registerauszügen von Einwohnermeldeämtern ausgewählt. Bei der Zusammensetzung spielen Kriterien wie Wohnort, Geschlecht, Alter und Bildung eine Rolle.

Bürger- und Jugendforen

Die Bürger- und Jugendforen versammeln 500 bis 1.000 Teilnehmende. Die Bürgerinnen und Bürger entstammen der Zufallsauswahl und bildenden Querschnitt Ihrer (Groß-)Region aus mehreren Bundesländern ab.

Die Bürgerforen treffen sich zeitgleich oder nacheinander, entweder an einem Tag oder an einem Wochenende. Sie sind der Ausgangspunkt für die Empfehlungen des Bürgerrates. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, die Herausforderungen und Probleme des Bildungssystems zu benennen und gemeinsam erste Lösungsvorschläge anzuschauen. Ihre Themen, Ideen und Lösungsvorschläge werden im anschließenden Bürgerrat weiter vertieft und  als konkrete Empfehlungen für die Bildungspolitik beschrieben.

Bürgerrat

Wie die sogenannten Citizen Summits aus Irland ist der Bürgerrat das Instrument, um die Ergebnisse aus allen Schritten zusammenzufassen. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland bilden den zentralen Bürgerrat Bildung und Lernen. Er bringt Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft für gemeinsame Beratungen und Empfehlungen zusammen.

Der Bürgerrat besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerforen, einer neuen Zufallsauswahl oder einer Mischung aus beiden. Er trifft sich an einem Wochenende an einem zentralen Ort in Deutschland (oder in der Hauptstadt eines Bundeslandes).  Seine Hauptaufgabe: Aus den Ideen der beteiligten Bürgerinnen und Bürger und auf Basis bestehender Vorschläge aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsame Empfehlungen für die Bildungspolitik zu beschreiben. Der Bürgerrat beschäftigt sich dazu mit Themen und Vorschlägen, die aus den Bürgerforen kommen, und entwickelt sie weiter. Außerdem setzt er sich mit Lösungsvorschlägen aus der Gesellschaft auseinander und bezieht sie in die Entwicklung der Empfehlungen an die Bildungspolitik von Bund und Länder ein.

Bürgerbotschafterinnen und Bürgerbotschafter

Aus den Bürgerräten wählen die Teilnehmenden Bürgerbotschafterinnen und Bürgerbotschafter. Diese vertreten die große Zahl der am Bürgerrat Beteiligten und deren Empfehlungen im direkten Gespräch mit Entscheidungsträgern aus der Politik.

Online-Dialoge

Die Dialog- und Kommunikationsplattform www.buergerrat-bildung-lernen.de dient als Gesicht und zentrale Anlaufstelle des Bürgerrats Bildung und Lernen im Netz. Ziel der Online-Plattform ist es, bundesweit eine möglichst große Zahl von Menschen zu erreichen und einzubinden.

Die Plattform ist ein wichtiges Instrument, um einen breiten Diskurs zu ermöglichen. Jeder Mensch kann hier seine Stimme, seine Perspektiven, Erfahrungen und Standpunkte einbringen.

Kinder und Jugendliche, Studierende, aber auch Eltern-, Schüler- und Studentenvertreterinnen und -vertreter, Pädagoginnen und Pädagogen sowie alle, die sich für das Thema interessieren. Beteiligen können sich grundsätzlich alle Menschen, die ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.

Zu Beginn ermöglicht die Online-Plattform das Sammeln von Ideen nach dem sogenannten Crowdsourcing-Prinzip. Alle können hier online Ideen, Chancen und Herausforderungen eintragen. Sie bilden dann die Grundlage für die Arbeit des Bürgerrates. Die Ergebnisse werden ausgewertet und dienen der Vorbereitung der Bürgerforen.

Deliberatives Bürgerpanel

Das klassische Bürgerpanel ist eine repräsentative Befragung, die in regelmäßigen Abständen oder bei Bedarf durchgeführt wird, um Informationen und Meinungsbilder zu bestimmten Themen zu erheben.

Das „deliberative Bürgerpanel“ wird mit allen zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern online durchgeführt. Im Verhältnis zur klassischen Panel-Befragung, bei der in der Regel Einzelne befragt werden, liegt der Mehrwert des Bürgerpanels in einem gemeinsamen Prozess der Meinungsbildung. Das Ergebnis sind nicht viele Einzelmeinungen, sondern mehrere Meinungen, die in einem argumentativen und abwägenden Meinungsaustausch, einer sogenannten Deliberation, entstanden sind.

Bürgergipfel

Bürgergipfel bilden den Startpunkt für die Debatte mit Politik und Gesellschaft. Sie finden zentral, zum Beispiel in Berlin, oder dezentral, zum Beispiel in ausgewählten Landeshauptstädten statt. Ziel ist es, Feedback der Politik zu den Bürgerempfehlungen zu bekommen und dieses mit Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren.