Auftakt für die Schulwerkstätten im Bürgerrat Bildung und Lernen

Schüler/-innen der Stadtteilschule Bahrenfeld bei der Jugendwerkstatt. Foto: Guido Rottmann (580 kB)

Neuntklässler der Stadtteilschule Bahrenfeld entwickeln Ideen für besseres Lernen

Bonn, 14.06.2021: Ein gelungener Auftakt für die Schulwerkstätten des Bürgerrats Bildung und Lernen: Schülerinnen und Schüler aus zwei neunten Klassen der Stadtteilschule Bahrenfeld in Hamburg diskutierten in einem moderierten Workshop, was sie an Schule gut finden, was nicht so gut läuft und darüber, was sie ändern würden, um besser lernen zu können Entwickelt wurden vielfältige und gut begründete Ideen für die Gestaltung des Unterrichts und Lernalltags – dazu gehörten Themen wie mehr Praxisbezug durch Vermittlung von Alltagswissen (z.B. über Steuern), freiwillige Hausaufgaben, kürzere Schultage und eine bessere digitale Ausstattung, damit alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Chancen haben. Besonders gut gefiel den Jugendlichen die Arbeit in zufällig gebildeten Kleingruppen, die den Meinungsaustausch mit Gleichaltrigen außerhalb des Freundeskreises förderten. Die Werkstatt in Hamburg war die erste Veranstaltung der Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen des Bürgerrats Bildung und Lernen, den die Montag Stiftung Denkwerkstatt aus Bonn ins Leben gerufen hat.

Die Kinder- und Jugendbeteiligung im Bürgerrat Bildung und Lernen

Zeitgleich mit dem großen virtuellen Bürger- und Jugendforum, das am 28./29. Mai 2021 mit rund 400 Teilnehmenden stattfand, startete die Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen des Bürgerrats Bildung und Lernen: in diesem Jahr zunächst mit verschiedenen Werkstätten für Kinder zwischen 8 und 15 Jahren. In den Werkstätten entwickeln die Schülerinnen und Schüler Handlungsempfehlungen für ihren Lernalltag. Nach Hamburg sind für die kommenden Wochen vier weitere Präsenzveranstaltungen an unterschiedlichen Schulen und Schulformen geplant, und zwar in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern. Moderiert werden die Werkstätten wie auch die anderen Veranstaltungen des Bürgerrats Bildung und Lernen von IKU_Die Dialoggestalter.

Begleitteam vertritt die Schülerinnen und Schüler

Aus allen teilnehmenden Schulen werden jeweils zwei Schülerbotschafter oder -botschafterinnen in ein Begleitteam gewählt, das die Sichtweisen und Vorschläge der Kinder und Jugendlichen im weiteren Prozess vertritt. Die Ergebnisse werden in einem separaten Kinder- und Jugendreport zusammengefasst und sollen als eigene Perspektive bei den Sitzungen des Bürgerrats Mitte September und auf dem Bürgergipfel im November 2021 vorgestellt werden.

Der Bürgerrat Bildung und Lernen ist der erste Bürgerrat in Deutschland, der gezielt auch die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren einbezieht. „Jeder Mensch hat mit Bildung und Lernen zu tun – und ganz besonders Kinder und Jugendliche”, so Sabine Milowan, Projektleiterin des Bürgerrats Bildung und Lernen. „Daher sind ihre Einschätzungen besonders wichtig – gerade jetzt.” Die Altersgruppe junger Menschen zwischen 16 und 27 Jahren war mit rund 100 zufällig ausgelosten Teilnehmenden bereits im Bürger- und Jugendforum vertreten. Davon entwickelte ungefähr die Hälfte im Jugendforum eigene Vorschläge, während die andere Hälfte ihre Perspektiven ins Bürgerforum einbrachte, an dem Menschen aller Altersstufen teilnahmen. Geplant ist, die Kinder- und Jugendbeteiligung in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln und zu ergänzen und die beiden Prozesse noch enger zu verknüpfen.

Hintergrundinformationen

Über den Bürgerrat Bildung und Lernen

Der Bürgerrat Bildung und Lernen ist auf drei Jahre bis 2023 angelegt. Geplant sind drei Durchläufe, in denen jeweils über ein Jahr 500 bis 1000 ausgeloste Menschen aus ganz Deutschland in mehreren Schritten in einem dialogischen Meinungsbildungsprozess (Deliberation) über Ideen zur Veränderung des deutschen Bildungssystems beraten – von der Kita über Schule, Ausbildung, Hochschule bis hin zu lebenslangem Lernen. Ein Durchlauf umfasst als feste Bausteine bisher einen ersten öffentlichen Online-Dialog, den Vorbereitungsworkshop, die Bürger- und Jugendforen, den Bürgerrat und den Bürgergipfel. Da sich der Bürgerrat Bildung und Lernen selbst als „lernendes Projekt“ begreift, bleibt der Prozess flexibel und offen für Veränderungen. Das heißt, je nach Situation und aktuellen Erfordernissen können bei Bedarf z.B. weitere Online-Dialoge angeboten werden. Weitere Infos unter
www.buergerrat-bildung-lernen.de

Über die Montag Stiftung Denkwerkstatt

Die Montag Stiftung Denkwerkstatt ist eine unabhängige gemeinnützige Stiftung und gehört zu den Montag Stiftungen in Bonn. Im Sinne des Leitbilds der Stiftungsgruppe „Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung“ übernimmt sie die Aufgabe, gesellschaftlich relevante, zukunftsweisende Themen aufzuspüren, den konstruktiven Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zu suchen und soziale Veränderungsprozesse anzustoßen. Die Montag Stiftung Denkwerkstatt konzipiert, moderiert und organisiert Veranstaltungen, Dialogforen und Werkstätten für unterschiedliche Teilnehmerkreise, für Expertinnen und Experten verschiedener Fachgebiete ebenso wie für die allgemeine Öffentlichkeit.

Über die Montag Stiftungen

Die Montag Stiftungen sind eine unabhängige und gemeinnützige Stiftungsgruppe in Bonn. Zu ihr gehören die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, die Montag Stiftung Urbane Räume, die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft und die Montag Stiftung Denkwerkstatt. Die Stiftungen arbeiten jeweils operativ eigenständig und projektbezogen in den Handlungsfeldern Pädagogische Architektur, Chancengerechte Stadtteilentwicklung, Teilhabe in der Kunst, Bildung im digitalen Wandel, Zukunftskonzepte und Inklusive ganztägige Bildung. Finanziert wird die projektbezogene Stiftungsarbeit von der Carl Richard Montag Förderstiftung im Sinne des Stifters.

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