Neuer Bürgerrat Bildung und Lernen nimmt Arbeit auf

Illustration: Elke Hanisch

Pressemeldung: Bonn, 18. März 2021

Großes Bürgerforum im Mai geplant

Homeschooling, geschlossene Hörsäle und Kitas, fehlende Lehrkräfte, immer weniger Ausbildungsplätze und digitaler Rückstand: In der Pandemie werden die Schwächen unseres Bildungssystems besonders sichtbar. Was lernen wir aus der Krise? Und was muss getan werden, um Bildung hierzulande gerechter und zukunftsfähiger zu gestalten? Diesen Fragen stellt sich der neue Bürgerrat Bildung und Lernen. Jetzt nehmen die ersten so genannten „Losbürgerinnen“ und „Losbürger“ ihre Arbeit auf.

International gelten Bürgerräte als geeignetes Instrument, um Bevölkerung und Politik wieder näher zusammenzubringen und so bessere politische Ergebnisse zu erzielen. Die Idee: Statt gesellschaftlich wichtige Frage ausschließlich auf parlamentarischer Ebene zu diskutieren, sind auch die Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv in die Suche nach Lösungsansätzen einbezogen. Damit in dem mehrstufigen Prozess ein Querschnitt der Bevölkerung zu Wort kommt, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Bürgerräten anhand demografischer Daten per Losverfahren ermittelt.

Ausgeloste Bürgerinnen und Bürger beraten über Wege aus der Bildungskrise

500 bis 1.000 zufällig ausgeloste Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland beraten in den kommenden Monaten im Bürgerrat Bildung und Lernen darüber, was getan werden muss, um die Situation in Schulen, Kitas, Ausbildungsstellen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen zu verbessern. Im November werden die Ideen und Empfehlungen des Bürgerrats Bildung und Lernen den Verantwortlichen der Politik auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene übergeben.

„Gerade das Thema Bildung und Lernen ist eng mit unserer eigenen unmittelbaren Lebenswirklichkeit verbunden. Hier sind wir alle gefragt, und jeder kann aus eigener Erfahrung und Expertise mitreden, was getan werden muss, um unser Bildungssystem zu verbessern“, sagt Karl-Heinz Imhäuser, Vorstand der unabhängigen und gemeinnützigen Montag Stiftung Denkwerkstatt. Sie hat den Bürgerrat Bildung und Lernen im September 2020 ins Leben gerufen. Insgesamt ist das Projekt auf drei Jahre angelegt. Bei einem öffentlichen Online-Dialog wurden in den zurückliegenden Monaten Vorschläge für ein zukunftsfähigeres Bildungssystem in Deutschland gesammelt.

Bürgerrat Bildung und Lernen: Kick-off am 19. März

Kurz nachdem der Bürgerrat – Deutschlands Rolle in der Welt am 19. März die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert haben wird, startet am Freitagabend die erste Online-Veranstaltung des Bürgerrats Bildung und Lernen. In dem zweitägigen Workshop mit 20 Losbürgerinnen und Losbürgern geht es inhaltlich um die Vorbereitung des großen Bürgerforums im Mai mit mehr als 500 Teilnehmenden. Auch Kinder und Jugendliche (unter 16 Jahren) werden ab Sommer in eigenen Foren aktiv eingebunden. Sie sind schließlich von den Missständen im Bildungssystem am meisten betroffen.

Fahrplan des Bürgerrats Bildung und Lernen für 2020/21:

Oktober 2020 bis Februar 2021: Öffentlicher Online-Dialog
Bürger/-innen haben im ersten Schritt Lösungsvorschläge für ein zukunftsfähigeres Bildungssystem zusammengetragen.

19./20. März 2021: Vorbereitungsworkshop
zum ersten Bürger- und Jugendforum im Mai

29. und 30. Mai 2021: Erstes Bürger- und Jugendforum (Online)
mit mehr als 500 ausgeloste Teilnehmer/-innen

Ab Juni 2021: Jugendwerkstätten
Kinder und Jugendliche (unter 16 Jahren) entwickeln eigene Ideen in verschiedenen Werkstätten

September 2021: Zentraler Bürgerrat

Oktober 2021: Öffentlicher Online-Dialog

November 2021: Übergabe der Bürgerrats-Empfehlungen an die Politik

2022: Ein neuer Durchlauf des Bürgerrats startet
Das Projekt ist auf insgesamt drei Jahre angelegt.

Über die Montag Stiftung Denkwerkstatt

Die Montag Stiftung Denkwerkstatt ist eine unabhängige gemeinnützige Stiftung und gehört zu den Montag Stiftungen in Bonn. Im Sinne des Leitbilds der Stiftungsgruppe „Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung“ übernimmt sie die Aufgabe, gesellschaftlich relevante, zukunftsweisende Themen aufzuspüren, den konstruktiven Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zu suchen und soziale Veränderungsprozesse anzustoßen. Die Montag Stiftung Denkwerkstatt konzipiert, moderiert und organisiert Veranstaltungen, Dialogforen und Werkstätten für unterschiedliche Teilnehmerkreise, für Expertinnen und Experten verschiedener Fachgebiete ebenso wie für die allgemeine Öffentlichkeit.

Über die Montag Stiftungen

Die Montag Stiftungen sind eine unabhängige und gemeinnützige Stiftungsgruppe in Bonn. Zu ihr gehören die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, die Montag Stiftung Urbane Räume, die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft und die Montag Stiftung Denkwerkstatt. Im Sinne des Leitmotivs „Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung“ arbeiten die Stiftungen jeweils operativ eigenständig und projektbezogen in den Handlungsfeldern Pädagogische Architektur, Chancengerechte Stadtteilentwicklung, Teilhabe in der Kunst, Bildung im digitalen Wandel, Zukunftskonzepte und Inklusive ganztägige Bildung.

Die Carl Richard Montag Förderstiftung als Dachstiftung und Eigentümerin des Stiftungsvermögens finanziert die projektbezogene Stiftungsarbeit im Sinne des Stifters Carl Richard Montag. Unterstützt wird sie von der Montag Stiftung Denkwerkstatt als Impulsgeberin und Ideenschmiede, die auch die strategische Beratung sowie die übergeordnete Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftungsgruppe verantwortet.

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