How to Bürgerrat

Impulse aus dem Reflexionsworkshop des Bürgerrats Bildung und Lernen

Nach fünf Jahren Bürgerrat Bildung und Lernen konnten die Bürgerrät*innen Feedback geben – Feedback zu den Austauschformaten, zur Diskussionskultur, zur Themenfindung, zur Organisation im Hintergrund und zu den Wegen, die das Projekt im Laufe der Jahre eingeschlagen hat. Im Fokus stand die kritische Frage danach, was gut funktioniert hat, was besser hätte laufen können und was jede*r Einzelne von dieser Erfahrung für sich mitgenommen hat.

Politik & Umsetzung

Die Bürgerrät*innen wünschen sich, dass die Ideen und Empfehlungen von Bürgerräten bei politischen Entscheidungen beachtet werden und dass es regelmäßige Gespräche zwischen Bürgerräten und der Politik gibt. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Bürgerräte werden als fester Bestandteil von politischen Entscheidungsprozessen eingerichtet.
  • Gespräche zwischen Bürgerrät*innen und politischen Entscheidungsträger*innen werden gefördert.
  • Die Umsetzung der Empfehlungen wird gefördert, zum Beispiel durch Stellen in Verwaltung und Bildung, die sich darum kümmern.
  • Es gibt klare Schritte und Abläufe, wie sich die Bürger*innen über die Umsetzung der Ergebnisse informieren können.

Prozessgestaltung & Struktur

Die Bürgerrät*innen finden es wichtig, dass die Beteiligung transparent und flexibel ist. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Die Arbeitsschritte im Bürgerrat sind übersichtlich und gut nachvollziehbar. Fortschritte sind gut sichtbar.
  • Die Zusammenarbeit ist so organisiert, dass alle sie gut verstehen können und Anpassungen leicht möglich sind.
  • Das Ergebnis ist offen, damit Diskussionen und Gespräche unabhängig und frei geführt werden können.
  • In den einzelnen Gruppen ist es möglich, Inhalte zu vertiefen.

Moderation & Expertise

Die Bürgerrät*innen finden es hilfreich, wenn sie in ihren Sitzungen von einem Moderator oder Moderatorin und Menschen mit Fachwissen unterstützt werden. Dafür ist es wichtig, dass alle wissen, wer genau welche Aufgabe und Rolle hat. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Professionelle Moderator*innen leiten und unterstützen die Gespräche und Abläufe in einer Gruppe.
  • Die Moderation ordnet und organisiert die Gespräche und Diskussionen, aber sie beeinflusst sie nicht.
  • Unabhängige Fachleute sind als „Lernbegleitung“ dabei, ohne sich inhaltlich an der Diskussion zu beteiligen.
  • Unabhängige Fachleute beraten die Teilnehmenden im Bürgerrat bei Bedarf. Sie mischen sich aber nicht bei Zielen oder Inhalten ein.

Teilhabe & Inklusion

Die Bürgerrät*innen empfehlen, dass die Beteiligung breit und vielfältig organisiert ist und alle mitmachen können. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Kinder und Jugendliche können bei allen Schritten mitmachen.
  • Es wird alles getan, damit möglichst viele unterschiedliche Menschen in Bürgerräten dabei sind und alle Menschen dort einen Platz haben. Die Perspektive von allen fließt mit ein, nicht nur von den Menschen, die sich von vornherein für Politik und Mitbestimmung interessieren.
  • Eine einfache und verständliche Sprache ist selbstverständlich, damit alle sich angesprochen fühlen und sich gerne beteiligen.

Zusammenarbeit & Teamkultur

Die Bürgerrät*innen finden die Arbeit im Team und die Kultur der Zusammenarbeit besonders wichtig. Sie kann gezielt unterstützt werden. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Es gibt genug Zeit und Maßnahmen für Teambuilding, Vertrauen und gemeinsame Reflexion.
  • Eine offene, ehrliche Kommunikation ermöglicht es, dass alle ihre unterschiedlichen Meinungen sagen können und sie auch gehört werden.
  • Feedback zu geben und abzufragen ist fest eingeplant, damit alle aus den gemeinsamen Erfahrungen lernen können.
  • Es gibt eine Mischung und einen Wechsel zwischen neuen und erfahrenen Mitgliedern.
  • Es gibt ausreichend Pausen und Zeit zum Nachdenken, damit das Gespräch gut läuft und alle interessanten Inhalte zur Sprache kommen.

Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit

Die Bürgerrät*innen finden es wichtig, dass über die Arbeit von Bürgerräten informiert und berichtet wird. Nur so ist es möglich, dass Bürgerräte von anderen Menschen wahrgenommen werden und ihre Arbeit anerkannt und verstanden wird. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Es gibt eine verständliche und gut organisierte Kommunikation über die Ziele, Abläufe und Ergebnisse des Bürgerrats.
  • Auftritte in den sozialen Medien helfen, jüngere Zielgruppen anzusprechen. So bekommen sie vielleicht selbst Lust, bei einem Bürgerrat mitzumachen.
  • Es gibt verschiedene Formate, um über die Arbeit und Wirkung von Bürgerräten zu informieren, zum Beispiel auf Webseiten, in Presseberichten oder Videos.

Vernetzung

Die Bürgerrät*innen würden sich gerne auch mit anderen Bürgerräten vernetzen. So könnten Bürgerräte voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Eine Online-Plattform kann dabei helfen, den Austausch zu organisieren und Informationen, Erfahrungen und Materialien unkompliziert zu teilen.
  • Über gemeinsame Online-Treffen oder Messenger-Kanäle könnten sich die Bürgerrät*innen untereinander regelmäßig austauschen.
  • Ein regelmäßiger persönlicher Kontakt zwischen den Bürgerrät*innen hilft, den Zusammenhalt auch zwischen Veranstaltungen aufrechtzuerhalten.