Kinder und Jugendliche im Bürgerrat

Im Rahmen des Bürgerrats Bildung und Lernen haben junge Menschen ihre Perspektiven, Erfahrungen und Ideen aktiv eingebracht und damit wichtige Impulse für die Diskussion über die Zukunft von Bildung gesetzt. Das Projekt hat gezeigt, wie wertvoll die Stimmen der Jugendlichen sind, wenn es darum geht, Schule, Lernen und gesellschaftliche Teilhabe neu zu denken.

Mit großem Engagement haben die teilnehmenden Jugendlichen ihre Sichtweisen geteilt, Herausforderungen benannt und gemeinsam Lösungen entwickelt. Dabei entstand ein Raum für Austausch auf Augenhöhe, in dem junge Menschen nicht nur gehört wurden, sondern echte Mitgestaltung möglich war.

Diese Seite gibt Einblicke in die Arbeit, Themen und Ergebnisse des Projekts und macht sichtbar, welchen wichtigen Beitrag die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat geleistet haben. Sie verdeutlicht zugleich die Bedeutung von Beteiligung, demokratischem Dialog und gemeinsamer Verantwortung für die Bildung der Zukunft.

Hört uns zu! – 2023

Unsere Vorschläge für bessere Schulen

Die Forderungen der Kinder und Jugendlichen – 2021

Veränderungen für die Schule von morgen

Schulwerkstätten

Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren haben erst in Schulwerkstätten und dann bei den regulären Sitzungen des Bürgerrats Bildung und Lernen ihre Perspektiven und Ideen eingebracht. Genauso wie die Zufallsauswahl bei den erwachsenen Bürgerräten sorgte die Auswahl von verschiedenen Schulformen und Bildungslandschaften in unterschiedlichsten Lagen für einen vielfältigen Querschnitt durch die Gesellschaft.

Wir wollen mitbestimmen!

Gemeinsame Erklärung gewählter Schülervertretungen und zufällig ausgewählter Kinder und Jugendlichen

Zum  Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November 2025 veröffentlichten die Bundesschülerkonferenz und der Bürgerrat Bildung und Lernen eine gemeinsame Erklärung: „Wir wollen mitbestimmen – nicht irgendwann, sondern jetzt!“

Wer über Demokratiebildung spricht – und das tun im Moment viele – muss auch dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche mitbestimmen dürfen. Denn dazu haben sie ein Recht (siehe UN-Kinderrechtskonvention, Art. 12). Doch selbst in der Schule, wo Kinder und Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit verbringen, werden sie bei den wichtigen Entscheidungen nicht einbezogen. Es besteht ein breiter Konsens darüber, dass Kinder lernen sollen, wie Demokratie funktioniert (Stichworte: Wahlen, repräsentative Demokratie, Gewaltenteilung u.a.). Doch mindestens genauso wichtig ist, dass sie auch „Demokratie leben“ lernen. Zuhause, in der Kita und in der Schule und an anderen Stellen im gesellschaftlichen Leben …

„Wir sind nicht die Zukunft, die irgendwann einmal kommt. Wir sind die Gegenwart – und wir wollen mitbestimmen. Jetzt.“

Offener Brief für bessere Bildung

„Für bessere gingen wir auf Tour. Wir sammelten Unterschriften für unseren Offenen Brief, sprachen mit unseren Lehrer*innen, der Schulleitung und auch Politiker*innen aus unserer Stadt oder unserem Bundesland über Probleme in unseren Schulen und unsere Ideen, wie es besser laufen kann.“

Zum Start ihrer Unterschriftenaktion stellten sich an mehreren Schulen auch Politiker*innen der Diskussion mit den Schüler*innen. Mit dabei waren u.a. die SPD-Vorsitzende Saskia Esken an der Heumadenschule in Calw und die Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal an der Gesamtschule Bonns Fünfte. An der Evangelischen Schule Berlin-Zentrum (ESZB) nahmen Dennis Buchner, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, sowie die bildungspolitischen Sprecherinnen im Berliner Abgeordnetenhaus Katharina Günther-Wünsch (CDU) und Marianne Burkert-Eulitz (Bündnis 90 / Grüne) den offenen Brief entgegen.

„Ich finde die Aktion toll, weil ich glaube, dass es einfach mal alle Schüler*innen in Deutschland repräsentieren kann“, sagt Yola, Oberstufenschülerin an der ESZB in Berlin. „Wir dürfen alle unterschreiben. Den offenen Brief gibt es schon und ich finde es schön, dass so der Austausch über unser Bildungssystem in Deutschland hoffentlich auch zusammen mit Politiker*innen gelingen kann.“

„Es ist ganz wichtig, dass man die Schülerinnen und Schüler hört, denn die sind die Expert*innen ihres Lernens und die haben tolle Ideen gehabt, die ich alle mitnehme in die große Politik und versuche, davon was umzusetzen“, erklärte sagte Saskia Esken beim Gespräch mit den Schüler*innen der Werkrealschule in Calw. Und auch Jessica Rosenthal betonte: „Es ist superwichtig, dass Schülerinnen und Schüler selbst laut werden für ihre Interessen. Dass wir es schaffen, dass Chancengleichheit herrscht an den Schulen. Dafür braucht es laute Schülerstimmen und dafür war die Aktion gut.“

Bei der Übergabe des offenen Briefes bei der Sitzung der Kultusministerkonferenz dankte Karin Prien den Kindern und Jugendlichen im Bürgerrat: „Wir nehmen das sehr ernst. Es sind für uns alles zentrale Themen, mit denen wir uns intensiv befassen. Wir können euch nur danken für euer Engagement, das sich aber durchaus mit dem, was wir hier tun, sehr gut in Deckung bringen lässt.“

Die Unterschriften der Kinder und Jugendlichen wurden vom Bürgerrat Bildung und Lernen gesammelt und 2023 offiziell an „die Politik“ übergeben.

Foto: Christoph Soeder