Allianzen
Allianzen für eine bessere Bildung

Foto: Ben Knabe

Foto: Ben Knabe

Foto: Ben Knabe
Wie können wir gemeinsam mehr erreichen für faire Bildungschancen in Deutschland? Der Bürgerrat Bildung und Lernen hat in den letzten drei Jahren Empfehlungen erarbeitet, um das Bildungssystem zu verändern und gerecht zu gestalten.
Gemeinsam haben die Bürger*innen in einfachen Worten zusammengefasst, was viele kritisieren und worunter Kinder und Jugendliche aktuell oft leiden: an ungleichen Chancen für gute Bildung und damit auch für gute Entwicklungs-, Teilhabe- und Aufstiegschancen.
Das Bildungssystem muss erneuert werden. Aber wie kann das gelingen? Gespräche mit Politiker*innen hat der Bürgerrat mittlerweile viele geführt. Und oft zu hören bekommen: „Das nehmen wir mal mit.“ Wirklich? Wohin? Und woran werden wir das merken?
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenMit der Veranstaltung „Allianzen für Bildungsgerechtigkeit“ ist der Bürgerrat Bildung und Lernen neue Wege gegangen und hat sich Verstärkung gesucht: Am 3. November hatte er mögliche Kooperationspartner*innen auf den Campus der Montag Stiftungen in Bonn eingeladen. Rund 40 Organisationen aus dem Bildungsbereich in Deutschland – Gewerkschaften, Verbände, Stiftungen und Initiativen – sind der Einladung gefolgt. Gemeinsam mit 25 Vertreter*innen des Bürgerrats wurde überlegt: Wer setzt sich wie für Bildungsgerechtigkeit ein? Wie können wir gemeinsam lauter und hörbarer werden? Wo können wir Allianzen bilden, das heißt zusammen daran arbeiten, unsere Ziele in der Bildung zu erreichen?
- ArbeiterKind.de
- Bayrischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. (BLLV)
- Bildungslandschaft Altstadt Nord Köln
- Bildungswende jetzt!
- Börsenverein des deutschen Buchhandels e.V.
- Bunder der Freien Waldorfschulen e.V.
- CARE Deutschland e.V.
- Deutsche Telekom Stiftung
- Deutscher Kitaverband
- Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.
- Flossbach von Storch Stiftung
- Freudenberg Stiftung
- GGG – Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule – Verband der Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.
- Grundschulverband e.V.
- Initiative Familien e.V.
- Initiative Flexible Oberstufe& Bündnis für ein zukunftsfähiges Abitur
- Kita-Fachkräfteverband Niedersachsen-Bremen e.V.
- Komba Gewerkschaft
- Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
- Netzwerk Stiftungen und Bildung
- Robert Bosch Stiftung
- Schule im Aufbruch
- Schulverbund „Blick über den Zaun“ (BÜZ)/ BÜZ vernetzt
- Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung gGmbH
- Stiftung Kinder forschen
- Teach First Deutschland
- Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger e.V.
- Verband deutscher Musikschulen e.V.
- Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg
- Verband Sonderpädagogik e.V.
- Netzwerk Offene Arbeit Deutschland
- SV-Bildungswerk e.V.
- Verband für Kitafachkräfte NRW e.V.Your Content Goes Here

Foto: Ben Knabe

Foto: Ben Knabe

Foto: Ben Knabe
Im Mittelpunkt standen die Themen der aktuellen Empfehlungen des Bürgerrats K/EINE CHANCE: frühkindliche Bildung, schulische Bildung und der Übergang in den Beruf bzw. die berufliche Bildung. Denn Chancenungleichheit entsteht früh und begleitet den gesamten Bildungsweg. Neben erwachsenen Bürgerrät*innen waren auch Kinder und Jugendliche aus dem Bürgerrat bei der Veranstaltung dabei und haben mitdiskutiert.
Bereits in den Vorgesprächen mit den teilnehmenden Organisationen war schnell klar: Wir haben dieselben Ziele und ziehen bei vielen Themen an einem Strang! Aber: Was können wir gemeinsam erreichen, um die Bildungschancen in Deutschland wirklich zu verbessern und fairer zu machen? Das Ziel: Kräfte zusammenlegen, Kooperationen vereinbaren und die Umsetzung planen. Ganz konkret.
Über den Tag entstanden Ideen für 40 Kooperationsideen, wie man gemeinsam die Empfehlungen des Bürgerrats bekannter machen und mehr Wirksamkeit erzielen kann: über die Netzwerke der Gewerkschaften, Verbände, Stiftungen und Initiativen, die dabei waren, durch gemeinsame Veranstaltungen und Maßnahmen. Die Kooperationsideen mit den verschiedenen Partner*innen gibt es schwarz auf weiß. Sie werden jetzt weiterverfolgt: Wer kümmert sich aktiv? Wer macht mit? Manche Kooperationen sollen noch in diesem Jahr starten, viele sind für 2024 ins Auge gefasst. „Das nehmen wir mal mit?“ Nein, das treiben wir gemeinsam voran! Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland eine Chance auf gute Bildung und auf eine gute Zukunft haben sollen, unabhängig von ihrer Herkunft. Der Bürgerrat bleibt dran und fragt nach.
Allianzen für Frühkindliche Bildung
Wie wichtig frühkindliche Bildung für die Entwicklung, für Teilhabe- und die Aufstiegsschancen von Kindern ist, ist in der Bildungsforschung seit langem unbestritten. In der öffentlichen Debatte geht es bei der Arbeit von Kita und Co jedoch häufig nur um die „Betreuung“. Und nach vielen Jahren eines enormen Ausbaus der Angebote für Kinder gibt es derzeit vor allem Krisenmeldungen: Es fehlt an Fachkräften, und viele Eltern suchen händeringend einen Kitaplatz.
Die Teilnehmenden, die sich selbst in der frühkindlichen Bildung engagieren, waren positiv überrascht, dass sich der Bürgerrat Bildung und Lernen gezielt auch mit dem Thema frühkindliche Bildung befasst und dazu konkrete Empfehlungen formuliert hat.

Es überrascht sicher nicht, dass die Gespräche zunächst einmal Wünsche und Bedarfe zur Sprache brachten, die allen Beteiligten besonders wichtig sind: Es müsse noch viel deutlicher werden, was Einrichtungen, Verbände, Stiftungen und Initiativen bereits für die frühkindliche Bildung leisten (Komba Gewerkschaft, Stiftung Kinder forschen) und welche persönlich erfüllenden und gesellschaftlich relevanten Tätigkeiten und Karrierewege der Bereich der frühkindliche Bildung eröffne (VKMK – unabhängige Kitaträger Berlin).
Es brauche aber auch eine stärkere Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, um Rolle und Bedeutung der frühkindlichen Bildung in der Öffentlichkeit zu stärken. Um Vernetzung und Austausch zu stärken, wünschen sich die Beteiligten außerdem eine große Fach-/Allianztagung. Sie sollte mehr Sichtbarkeit für das Arbeitsfeld schaffen und gute Praxis in die Breite tragen.
Ziel der Veranstaltung war es vor allem, Ideen für ganz konkrete Kooperationen zu finden. So wurde eine gemeinsame Kommunikation mit dem Bürgerrat Bildung und Lernen zum Thema „Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften“ vereinbart, ein Austausch mit Bürgerrät*innen und ein Einblick in gute Beispiele, die gesammelt und zugänglich gemacht werden (Stiftung Kinder forschen, Kita-Fachkräfteverband Niedersachsen und Bremen). Ein Verbandsvertreter lenkte in der Schlussdiskussion den Blick darauf, dass – trotz aller Herausforderungen – der Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in den vergangenen Jahren eine außergewöhnliche und positive Entwicklung durchlaufen habe. Dies motiviere auch für weitere Anstrengungen.
Bessere KITAs für alle
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenAllianzen für Allgemeinbildende Schulen
Schwache Leistungen, die große Herkunftsabhängigkeit von Bildungschancen, der Mangel an Lehr- bzw. Fachkräften: Die Schwächen der schulischen Bildung und der hohe Bedarf an Veränderung im Schulsystem sind in den letzten Jahrzehnten mehr als deutlich geworden. Für viele Bürgerrät*innen war und ist dies ein wichtiger Grund, sich im Bürgerrat Bildung und Lernen zu engagieren. Wie weitreichend ihre Veränderungswünsche sind, lässt sich an ihren Empfehlungen für den Bereich Schule ablesen.
Auch für viele der anwesenden Organisationen – Gewerkschaften, Verbände, Stiftungen, Bildungsinitiativen – steht die Reform schulischer Bildung seit langem auf der Agenda, oft auch in Form konkreter Projekte und Initiativen. Daher ist es nicht überraschend, dass im Themenraum „Allgemeinbildende Schulen“ besonders viele Kooperationen vereinbart wurden.

Die vereinbarten Kooperationen reichen von der Einladung von Bürgerrät*innen zu (Fach-) Veranstaltungen oder zu Kampagnen verschiedener Organisationen und Initiativen über das Angebot zum Kennenlernen von Modell- oder „Leuchtturm“-Schulen“ (Bayerischer Lehrerinnen- und Lehrerverband, Verband Sonderpädagogik, Flossbach von Storch Stiftung, Bund der Freien Waldorfschulen, Initiative „Bildungswende jetzt) bis hin zu einer digitalen Veranstaltung zu den Forderungen des Bürgerrats auf dem Campus des Deutschen Schulportals (Robert Bosch Stiftung).
Die Organisationen wünschen sich umgekehrt auch die Unterstützung des Bürgerrats Bildung und Lernen: zum Beispiel, um Beispiele guter Schulpraxis besser bekannt zu machen (Grundschulverband, Initiativen „Blick über den Zaun“ und „Schule im Aufbruch“), oder bei Qualitätsansprüchen in Bezug auf die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ab 2026 (Grundschulverband).
Jenseits der Vereinbarung konkreter Kooperationen wurden aber auch weitergehende Wünsche und Bedarfe deutlich: So gibt es auch im Bereich Schule den Wunsch nach mehr Austausch und Vernetzung – in Form eines Fachtags oder auch in Form einer digitalen Plattform. Bei einem gemeinsamen Fachtag könnten auch die Empfehlungen des Bürgerrats weiter diskutiert werden, um herauszufinden, wo es Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zur Position der vertretenen Organisationen gibt. Einen Bedarf gibt es auch für eine Bestandsaufnahme guter Beispiele für die Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischen Bildungseinrichtungen (Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule, Verband deutscher Musikschulen, Initiative Bildungswende jetzt).
Die vorhandene Expertise zu bündeln und gemeinsam für zentrale Forderungen einzutreten, das wäre das Ziel. Darin waren sich Bürgerrät*innen und die Vertretungen von Einrichtungen und Organisationen einig.
Bessere Schulen für alle
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenAllianzen für Berufliche Bildung
Im Themenraum Berufliche Bildung war klar: Wir müssen uns erstmal besser kennenlernen. Mit unseren gegenseitigen Forderungen, Profilen, Schwerpunkten. Der Übergang von der Schule in den Beruf ist für viele junge Menschen nicht leicht. Es gibt mittlerweile eine solche Vielzahl an beruflichen Wegen. Schaffe ich das? Werde ich das mögen? Wo und wie finde ich Orientierung?
Der Bürgerrat hat dazu aus unterschiedlichen Perspektiven Empfehlungen entwickelt, für die individuelle Orientierung (z.B. über individuelle Beratung/Förderung oder ein Orientierungsjahr), aber auch für eine bessere – strukturelle – Einbindung des Themas (z.B. durch ein Unterrichtsfach oder bessere Einbeziehung von Praktiker*innen), um hier nur einige beispielhaft zu nennen.

Bei den Kooperationen, die am Ende geschmiedet wurden, ging es fast immer um Netzwerkarbeit. Zum einen auf bundesweiter Ebene, z.B. über ein Netzwerk Stiftungen und Bildung. Zum anderen auf örtlicher Ebene, z.B. über Bildungsbüros und kommunale Bildungslandschaften. Hier geht es um die Stärkung regionaler Bildungsnetzwerke mit konkreten Themen und Schwerpunkten – je nach Region.
Auch die Industrie- und Handelskammern sollen bei einem Kooperationsansatz beteiligt werden, um den Übergang von Schule in den Beruf zu verbessern. Als „Lebende Bücherei“ können Menschen aus der Praxis in die Schulen gehen und von ihrer Arbeit, aber auch von ihrem Weg dorthin berichten. Welche guten Beispiele es mit Blick auf die Berufliche Bildung gibt, war Bestandteil einer weiteren Kooperation. Sehr konkret und fest datiert: Bürgerrät*innen stellen sich im Bündnis für Ökonomische Bildung Deutschland vor – und umgekehrt. Und wenn es um die Kommunikation mit Politiker*innen geht, waren sich alle einig: Gemeinsam sind wir stark. Denn wenn Vertreter*innen von Bürgerrat, Wirtschaft, Industrie und Bildungsverbänden zusammen ihre Empfehlungen vortragen, bekommen sie ganz sicher mehr Gewicht.
Bessere Berufliche Bildung für alle
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenAllianzen Für Kinder und Jugendliche
Die Kooperationen, die am Thementisch der Kinder und Jugendlichen vereinbart wurden, sind sehr klar und konkret. Das ist kein Zufall. Die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat haben ihre Forderungen für besseres Lernen und mehr Bildungsgerechtigkeit von Anfang an klar und konkret mitgeteilt. Dazu gehören z.B.: Lernen fürs Leben, Schulen als Orte zum Wohlfühlen, gleiche Chancen für alle und Mitentscheiden, wie und was sie lernen.
Eins war schnell klar: Die Teilnehmenden waren beeindruckt davon, was die Kinder und Jugendlichen erarbeitet haben (Link zu den Empfehlungen). Deswegen versprachen unter anderem Schule im Aufbruch, Teach First, Initiative Familien, Stiftung und KM2 Bildung (Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung gGmbH), die Forderungen der Kinder und Jugendlichen über ihre Netzwerke weiter zu verbreiten.

Anders lernen und Schule mitgestalten? Bei einem Online-Austausch zum FREI DAY Leseformat mit Schule im Aufbruch soll es genau darum gehen. Eine weitere Kooperationsidee: Es wird ein Kontakt zur Redaktion des Deutschen Schulportals hergestellt, um dort die Forderungen der Kinder und Jugendlichen aus ihrem offenen Brief zu platzieren. Auch in die Konzeption eines Nationalen Bildungsdialogs im Rahmen von #NeustartBildung sollen die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen einbezogen werden.
Viele Verbände waren auch von der Kinder- und Jugendbeteiligung an sich begeistert, die so klare Forderungen und vor allem so argumentationsstarke Kinder und Jugendliche hervorgebracht und sichtbar gemacht hat. Sie wollen das Thema Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Ihrem Wirkungskreis kommunizieren und verstärken. Damit würde eine Kernforderung der Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat umgesetzt: Hört uns zu!





